Villa Müller - Opfer von Feuer und Sturm
(Juni 2007)

Fünfzig Meter sind es nur, die den verwilderten Garten von der Geräuschkulisse der Hauptstrasse trennen. Fünfzig Meter, die Welten voneinander trennen. Dort, jenseits des noch immer wehrhaften Zauns die profane Alltagswelt - und hier das grünende Dickicht des von allen Zähmungsmaßnahmen befreiten Garten.
Es ist spät, die Sonne scheint nur noch mit milder Kraft. Ich suche noch nach Spuren des vergangenen Lebens, finde jedoch kaum noch etwas, das über den bröckelnden Bau hinausgeht. Eine Fackelhalterung liegt im Garten und erzeugt die Vorstellung romantischer Abende hinter Haus und Mauern, Bilder aus besseren Tagen.
Heute abend streifen nur ein paar Jungen herum, die eine nächtliche Mutprobe vorbereiten. Schon so kann im Inneren der Ruine jeder Tritt leicht daneben gehen, bei Nacht erfährt ein Besuch ein zusätzliches Risiko. Ohne Lampe schenke ich mir den

Weg hinab in den Keller. Eine Puppe soll sich dort befinden, wohl als Abschreckung unerwünschter Besucher von Messen, die dort angeblich abgehalten werden. So jedenfalls wird mir berichtet. Meine Aufnahmen sind im Kasten, die Sonne versinkt. Zeit zu gehen ...

Verwunderlich ist es schon, dieses Gebäude in eher nobler Neusser Umgebung anzutreffen. Die Villa steht schon seit Jahren leer. Zuletzt von einer Witwe bewohnt, fiel sie schließlich den Flammen eines Brandes zum Opfer. Was übrig blieb, war nach Jahren nicht mehr stark genug Orkan "Kyrill" im Frühjahr 2007 zu widerstehen, unter dessen Toben der Rest des Daches zusammenbrach. Über Abriß und Neubau eines Altenheimes wurde debattiert und diskutiert, der aktuelle Stand ist mir nicht bekannt.

 

Ansicht von der Strasse Eingangsbereich Eingangstür Der frühere Flur
Noch hängt die Türe ... Von der anderen Seite betrachtet Raum mit Kellereinstieg Von Pflanzen gehalten Garten draussen und drinnen
Gartenseite Gartenseite