Chateau Ter Meeren - das Renaissance-Kleinod hinter der Brücke
(März 2007)

Rostgolden schimmert das Geländer einer Brücke durch die den Blick versperrenden Bäume und verheißt einen standesgemäßen Zugang zu diesem kleinen belgischen Chateau. Doch weit gefehlt - aus der Nähe bieten viele Dinge einen anderen Eindruck und so ist es auch hier. Wo ein Weg hätte sein sollen, ist keiner mehr. Was nach reinem Zerfall aussieht, ist gleichsam Schutz vor unliebsamen Gästen. So leicht kann hier niemand etwas herüber schaffen von dem, was noch im Chateau vorhanden ist.
Die Sonne zeigt sich an diesem März-Sonntag und läßt die Farben des Gebäudes in aller Kraft leuchten. Ich stehe vor keinem düsteren Schloß, keinem zweiten Chateau Noisy. Eher wirkt vieles streng und auf Standesbewußtsein getrimmt. Kein echter Spielplatz ist hier zu sehen, obwohl doch unter dem Dach ein Kinderzimmer vorhanden ist. Dort, wo sich ansonsten die Stuben des Personals befunden haben. Herumtoben für Dienstbotenkinder nicht gestattet?
Im Inneren bin ich überwältigt vom guten Erhaltungszustand. Zum Glück noch keine Schmierereien. Und doch: vor allem in der Kapelle wurde schon einiges an Fresken heraus gebrochen. Wieder fühle ich Wut in mir wachsen, ich verstehe nicht, was andere dies tun läßt.
Das Chateau selber steht zum Verkauf, angeblich - so sagen es die Gerüchte - wurde es bereits von einem Japaner erstanden. Mehr weiß ich nicht. Nur, dass es in den letzten Jahren als Hotel genutzt wurde und offenbar nicht genügend Profit abwarf.

Ter Meeren blickt es auf eine lange Geschichte zurück. Gegründet vor über 800 Jahren sollte eine Befestigungsanlage einen Knotenpukt alter römischer Straßen schützen, über die die Versorgung von Brüssel lief. Aus dieser Zeit stammt der spät-romanische Turm, der später auch als Kapelle und Gaststätte genutzt wurde. Erstaunlich, in welcher Reihenfolge manche Dinge auseinander hervorgehen ...
Oben auf dem Turm befindet sich ein Taubenschlag, der zur Versorgung mit frischen Eiern diente.
Nur wenige Meter entfernt liegt das Wirtschaftsgebäude, das früher Jägern als Quartier diente und den Pferdestall beherbergte. Im übrigen ein Stall mit Marmorapplikationen - den Pferden ging es zeitweise wohl besser als der gemeinen Landbevölkerung. In diesem Gebäude entwarf auch ein gewisser Pierre Braun seine Flugapparate. Schließlich nahm das Gebäude in der Schlußphase des 2.Weltkrieges Schaden, als es amerikanischen Truppen als Quartier diente.
Zu dem Gebäudeensemble gehört ferner noch ein kleines Gartenhaus (das "Haus des Don Juan"), indem später das Kindermädchen lebte, welches von hier gleichzeitig die Rasenflächen und auf der anderen Seite einer Mauer das Schwimmbad überblicken konnte.

Weiterführende Links:

Chateau Ter Meeren

 

Brücke im Park Hinter der Brücke erschwerter Zugang Blick vom Haus des Don Juan Baum - Haus
Die Lichter sind aus Blick vom Taubenschlag aus Auf dem Dach Das Wirtschaftsgebäude Ausblick vom Dach
Eingangsbereich Treppenhaus Kapelle Für das Vaterland gestorben Fratze
Ornamente Spiegelung Speisesaal Detailan einem Kaminsims Kamin mit Heizkörper
In's Eck gestellt Übereinstimmung Deckenverzierung Flur mit Uhrenschrank Uhrwek
Dienstbotenzmmer Dachbodenfenster Gummistiefel Becher und Schlüssel Drahtesel im Pferdestall