Schloss M.
(August 2012)

Die Annäherung weckt Erwartungen: eine schöne Allee, Kopfsteinpflaster, irgendwann ein Linkskurve und ein mit Steinkugeln geschmücktes Eingangstor. Dahinter liegt ein wildwuchernder Garten, nach einigen Dutzend Metern auf überwachsenen Pfaden versinken die Schuhe im Sumpf. Ginge man weiter - durch üppiges Grün - stünde man nach Emporschreiten mehrerer Treppen vor zwei Reigen adipöser Putten, die den gartenseitigen Aufgang zum Schloss flankieren. Sie sind beinahe der einzige sichtbare äußere Schmuck des Herrensitzes, der seine barocke Fassade nun fast vollständig hinter Baugerüsten verbirgt. Seine Ausstrahlung ist dennoch imposant, der massige Baukörper lässt seine Nebengebäude recht unscheinbar erscheinen. Doch der Anschein ist tatsächlich nur Schein: es wurde keineswegs während des Barocks erbaut, sondern erst 1912 entstand diese pompöse Anlage im Auftrag der Düsseldorfer Unternehmerfamilie Poensgen.
Die Besitzer wechselten im Lauf der Jahrzehnte, bis 1996 diente der Bau über viele Jahre als Kinderheim, bis ihn nach der Wende ein Investor aus dem Westen erwarb, angeblich alles von Wert entfernte und das Interieur zu einem Schlosshotel bringen ließ. Das Stadium des Vandalismus ging zum Glück an Schloss M. vorbei, zur Zeit wird es saniert und soll bald in Form eines Schulungszentrums im Gesundhetsbereich wiederbelebt werden.

 

Frontansicht Gartenseite Gartenseite
adipöse Putten Brunnenanlage am Brunnen bemooste Tischtennisplatte ehemals roter Teppich
Neues Deutschland 1974 Raum mit Safe Safe und Bier ehemaligs Wahllokal
Ofen und Schrank Heizkörper
verstaubter Zierrat Flur, 1.OG
Notausgang im 1.OG Blaumänner