Marienhospital
(Juli 2007)
Ist Anders sein wirklich so anders? Was bedeutet es, nicht im Durchschnitt zu verharren, sondern seinen Platz am Rande der Gesellschaft zu finden? Es bedeutet vor allem, sich seiner Position bewußt zu sein. Es bedeutet, Dinge wahr zu nehmen, die anderen verborgen bleiben.
Und es bedeutet auch Menschen zu treffen, die diesen Zustand respektieren oder im Fall von Krankheitssymptomen zu heilen verstehen.
Dieses Gebäude gibt Anlaß mehr über Menschen und weniger über Baustile nachzudenken. Es wirkt wie ein normales Krankenhaus, das der Heilung "normaler" physischer Gebrechen dient - zumindest deuten EKG- und Röntgenabteilung darauf hin. Jedoch vermisse ich Operationssäle und Notaufnahme - im Gegensatz zu einer Intensivstation. Die Erklärung dafür mag sein, dass es hier weniger um physische Erkrankungen ging, sondern vielmehr um die Behandlung von Suchtkranken im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung.


Jack Nicholson gibt sich hier die Ehre. Unvergessen ist seine Darstellung des schleichend wachsenden Wahnsinns in Kubrick's "Shining". Und jetzt sehe ich ihn hier. Ein Bild wie Hohn, wie ein Triumph über die ärztlichen Bemühungen, angebracht nachdem Ärzte und Schwestern das Haus verlassen haben. Eine späte Bestandserklärung eines ehemaligen Patienten? Schwer zusagen.
An manchen Wänden, Türen und Fenstern stoße ich auf die oft schwarzen Silhouetten, die durch ihre Gegenwart die Räume kommentieren. Mal ist es die weisse Krankenschwester mit dem roten Kreuz an der Stelle ihres Herzens, mal ein wenig Blasphemie im Kapellenumfeld oder der bereits erwähnte Jack. Sie sind da. Und mit ihnen die Vorstellungen ihrer Erschaffer.
Alleine braucht sich hier niemand zu fühlen ...

Die früher "St´Bonifatius-Florian und Meta Klöckner Krankenhaus" genannte Klinik stammt aus dem Jahr 1957. Die Industriellenfamilie Klöckner stellte an ihrem Wohnort Kirchörde das Grundstück für den Bau und spendete zudem noch eine Million Mark. Betrieben wurde das Krankenhaus bis 1978 durch die Franziskanerinen von der Heiligen Familie. Danach wurde die Klinik durch das katholische Marienhospital Dortmund-Hombruch übernommen und zur Betriebsstätte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit Tagesklinik und einer internistischen Station umgewandelt. Ende der 90er Jahre gaben die Franziskanerinnen den Standort Kirchhörde auf, blieben aber weiterhin im Besitz der Immobilie. Durch die Verlegung der psychiatrischen Klinik nach Hombruch kam es im Jahr 2005 zu dem bis heute anhaltenden Leerstand. Der Flächennutzungsplan sieht vor, dass an diesem Standort nur Einrichtungen des Gesundheitswesens betrieben werden dürfen.

 

 

Draussen, vor der Türe ... Fassadenblick Bitte eintreten ... Der Nächste bitte ... Entscheidungsfreiheit
Wohin denn jetzt? Hospital auf dem Flur Termin verpaßt Der rote Stuhl Ausgeschlappt
Die Zeit bleibt liegen ... Schlüsselkasten Schlüssel Fenster Kein Waschtag
Diskretion Abgeschoben Ungesunde Mischung Rauchen gefährdet die Gesundheit Der doppelte Jack
Kapelle Dieses Kreuz steht schief Gotteslob Na, na, na ... Speiseplan
Wo schlafen wir denn heute? Notöffner Das sind noch Hebel! Think big Panorama unter dem Dachstuhl
Heisse Location ... endlich Ausgang