Herrenhaus Mallin
(August 2012)

Ein strahlend blauer Himmel liegt über der Mecklenburger Seenplatte, die Sonne senkt sich langsam dem Horizont entgegen und taucht ein architektonisches Kleinod in ihr warmes Licht. "Hier möchte ich wohnen" schießt es mir durch den Kopf - was ich allerdings ein wenig später etwas revidieren muss. Aber ganz unmöglich wäre es nicht, denn das kleine Schloss steht zum Verkauf. Der reine Kaufpreis mag gering erscheinen, aber für den denkmalgerechten Wiederaufbau und die Komplettsanierung ist ein Vermögen notwendig, über das ich leider nicht verfüge. Und somit bleibt es bei einigen Minuten der Verzückung, während derer ich um das Gebäude herumlaufe und meine Fotos mache.

Erbaut wurde es 1870/71 im Auftrag eines Baron von Hauff, der kurz zuvor auch das zugehörige Gut erworben hatte. Im Vergleich zu anderen Gutshäusern ähnlicher Größe wirkt Mallin durch seine zwei Treppentürme protziger - aber das mit einer gewissen Leichtigkeit und Verspieltheit, die die angeberische Attitüde konterkariert. Die Architektursprache hat für mich hier einen leicht selbstironischen Unterton, der das Gebäude im weiten Umkreis wohl einzigartig macht.
Bis zur "Wende" scheint die Dorfgemeinschaft von Mallin das Schloss mit Leben gefüllt und mit Reparaturarbeiten erhalten zu haben. Was danach kam, ist mal wieder typisch: Leerstand, Vandalismus, wechselnde Besitzer und versandete Sanierungsmaßnahmen. Zum Glück wurde das Dach instand gesetzt, trotzdem sind zahlreiche Böden durch Feuchtigkeitsschäden unter ihrer eigenen Last zusammengebrochen.

Weiterführende Links:

Schloss und Park Mallin - Zwischenstadium Vandalismus
Zum Verkauf: Schloss Mallin mit Schlossteich und Park
Fotos bei Lost places
Fotos bei "The Uncommon Traveller"