Offiziere und Unteroffiziere
Die Offiziers- und Unteroffiziersränge sind nicht mit den entsprechenden Rängen heutiger Armeen vergleichbar. Zudem haben sich die Ränge im Verlauf von der Republik Rom bis zur Spätantike gewandelt. Grob betrachtet waren die höheren Offiziersränge erst einmal den Angehörigen des Ritterstandes oder der gesellschaftlichen Elite vorbehalten - ein durch Leistung bedingter Aufstieg war aber auch möglich. Auf der Ebene der kämpfenden Einheiten waren es die Centurios, die das Kampfgeschehen zu koordinieren hatten und gut erkennbar sein mussten.
Ihre beeindruckende, abnehmbare Helmzier war ein quer über den Helm verlaufender Federbusch (crista transversa). Bei Mannschaftsdienstgraden und Unteroffizieren verlief sie in Längsrichtung und wurde wahrscheinlich nur zu repräsentativen Zwecken getragen.
Zu den Unteroffizieren gehörten auch die Feldzeichenträger ("Signiferi"). In der Hierarchie unter dem Centurio stehend hatenn sie aber im Kampf keine taktischen Befugnisse. Kennzeichnend für einen Signifer war ein Maskenhelm und das Tragen eines Raubtierfells.
Der hier aufgeführte Imaginifer ist hinsichtlich des Dienstgrades nicht klar zu bestimmen.
Legionäre
Einfache Legionäre ("miles gregarius") wurden im Alltag zu Regelarbeiten (z.B. Wache) einesetzt, sowie für Schanz- und Bautätigkeiten. Die höheren Mannschaftsdienstgrade ("immunes") waren von den schweren alltäglichen Arbeiten befreit. Zu ihnen gehörten wohl auch die römischen Militärmusiker.
Hinsichtlich der Ausrüstung kamen Kettenhemden ("lorica hamata"), Schuppenpanzer ("lorica plumata" für Offiziere) und Schienenpanzer ("lorica segmentata") zum Einsatz. Kalkriese ist der Fundort eines seltenen nahezu vollständig erhaltenen Schienenpanzers.
Der römische Legionärshelm war ein Massenprodukt, dass sich über die Jahrhunderte hinweg gewandelt hat. Der Typ
"Hagenau" wurde im 1.Jh.v.Chr. in der Armee eingeführt, erlebte seine Blütezeit aber erst zu Beginn des 1.Jh.n.Chr. Zu dieser Zeit wurde aber auch schon das Nachfolgemodell vom Typ
"Weisenau" eingesetzt. Kennzeichen dieses variantenreichen Typs waren z.B. der besser schützende abfallende Nackenschutz und die nachgeahmten Augenbrauen auf der Stirn.
Rapax-Olympiade
Am frühen Nachmittag startete ein munteres Treiben der Kräftemessung. Kurz vor Ende angekommen erschloss sich mir nicht so ganz, wer da gegen wen antrat - zudem war aus den hinteren Zuschauerrängen nicht viel zu sehen. Daher gibt es hier nur wenige Bilder.
Kampf- und Formations-Demonstrationen
Unter den wohlwollenden Blicken von "Kaiser und Kaiserin" demonstrierten die vereinten Gruppen ihre Ausrüstung und verschiedene Kampf-Formationen. Neben Schildwall und Phalanx natürlich auch die bekannte Schilkrötenformation ("testudo") zum geschützten Vorrücken auf gegnerische Stellungen mit Fernwaffenangriff bei Belagerungen.
Im Militärlager
Einen flächenmäßig großen Teil der Veranstaltungs- und Lagerflächen nahm das römische Militärlager ein. Den wahrscheinlich größten Raum davon beanspruchte wohl das mit zahlreichen exakt ausgerichteten Zelten ausgestattete Lager der Legio XXI Rapax. Zutritt für Besucher nur über einen bewachten Zugang - und ebenso geregelt war der Ausgang. Militärische Ordnung und Disziplin wurde damit auch für Besucher fühlbar.
Ritus zur Ehrung der Gefallenen
In einer szenischen Darstellung wurde nachgestellt, wie es vielleicht zugegangen ist, als die Truppen von Germanicus bei Kalkriese auf die Gefallenen der Varus-Schlacht stießen. In einem in lateinischer Sprache gehaltenen Ritus wurde ihrer gedacht und Opfergaben dargereicht.
Demonstration römischer Fernwaffen
Unter Fernwaffen fallen nicht nur Belagerungsmaschinen, sondern auch alles, was Pfeile oder Kugeln verschießen kann. In einer etwas abseits gelegenen Schneise wurde die Funktion und Wirkung römischer Geschütze gezeigt. Eine dieser Waffen war der Scorpio - ein zerlegbares Tosionsgeschütz. Die mit einem Scorpio verschossenen Bolzen wurden auch bei den Ausgrabungen in Kalkriese gefunden.
Mit diesen Waffen - von denen bis zu 60 Stück bei einer Legion vorhanden sein konnten - ließen sich je nach Größe jeweils 3-12 Schüsse pro Minute abfeuern. Grob kalkuliert wären das im Einsatz bis zu 200 Bolzen pro Minute - bei einer Kampfentfernung von 50 bis 600m je nach Bauart.
Und was ist mit den Germanen?
Für die blieb mir enfach keine Zeit. Nur beim Hüttenbau habe ich etwas verweilt. Man kann ja nie wissen, ob man solche Kenntnisse vielleicht mal brauchen kann.