Mergelgruben - das "Making of"
(Oktober 2006 - April 2007)

Angefangen hat alles mit einem spontanen Erkundungsbesuch im Anschluß an eine bis dahin nicht besonders erfolgreich verlaufene Exkursion in Belgien. So stand ich dann zusammen mit meinem Kumpel Markus vor dem Eingang in dieses unterirdische Reich und es war sofort klar, dass wir da mal reingehen. Dieser erste Besuch endete vernünftigerweise nach geschätzten 80 Metern. Wir machten Aufnahmen, testeten verschiedene Beleuchtungstechniken und nach einigen Drehungen und Wendungen kam langsam so etwas wie Unsicherheit und ein unschönes Gefühl beginnender Panik auf, als es langsam schwierig wurde, die Richtung des Rückwegs zu bestimmen. Zum Glück ging unser Kurzbesuch glimpflich aus, der Rückweg war dann doch noch leicht zu finden gewesen. Aber wer weiß - noch ein paar Drehungen und Gänge mehr und wir wären Kandidaten für einen Suchtrupp geworden
Die Lehre daraus war klar: der nächste Besuch sollte gut vorbereitet werden. Und so wurden Helm, Starklichtleuchten und andere Lampen gekauft, die genug Licht für mehrere Tage garantiert hätten. Ein Kompaß war ebenso Pflicht wie eine Karte. Dass die nicht gereicht hätte, wurde beim zweiten Besuch klar. Unser Führer, der uns diesmal durch dieses Reich geleitete, kam zwar ohne sie aus - aber für Patrick sind die Grotten quasi sein zweites Wohnzimmer. Ein Wohnzimmer, in das wir förmlich hineinrutschten.
Schon gleich zu Beginn standen wir vor einem Schlund, der sich als Loch im Boden vor uns auftat und nicht versprach, dass wir da auch wieder herauskämen. Ganz auf Patrick vertrauend stolperten und rutschten wir hinab. Staunend folgten wir ihm auch in die entlegendsten Winkel dieser ehemaligen Mine. Das Vertrauen wurde bestätigt, nach einem zünftigen Picknick mit Hotdogs einen halben Kilometer tief in der Erde verließen wir nach einigen Stunden diese so doch ganz andere Welt.
Dumm war nur, dass meine Kameras so ihre Probleme mit den Bedingungen dort unten hatten. Die digitale Lumix schafft nur 8 Sekunden als längste Belichtungszeit. Das war nur ein Viertel dessen, was eigentlich notwendig war. Und so spurtete ich in diesen Sekunden los, um mit Handlampen die Gänge

auszuleuchten. Aber nur durch die Kombination mehrerer Aufnahmen konnten die Bilder gerettet werden. Die analoge Rollei SL 3003 hingegen, die eigentlich die Langzeitbelichtungen machen sollte, streikte bei der hohen Luftfeuchtigkeit in den Gängen komplett. Und somit war die Fotoausbeute nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Ein neuer Besuch im November - nun mit hochpräziser Karte und ohne ortskundigen Führer - sollte die Ausbeute erhöhen. Nachdem die Aufnahmen der Reliefs im Kasten waren, erwischte es uns dann doch noch auf dem Rückweg: ringsherum sah alles gleich aus, auch die Karte half nicht mehr weiter. Also gingen wir zum letzten noch bekannten Punkt zurück, um uns dort neu zu orientieren. Da hörten wir Stimmen, sahen ein Licht auf uns zukommen. Eine andere Gruppe von Bergläufern war auch dort unten unterwegs und geleitete uns wieder nach draussen. Ein eigentlich geplanter Besuch eines anderen Teils der Mine unterblieb danach. Wieder war nicht alles im Kasten, noch immer fehlten mir Bilder. Und es begann der Winter und damit die Winterschlafphase der unter Schutz stehenden Fledermäuse, die diese Grotten um diese Zeit aufsuchen. Es hieß also warten, bis dass der Frühling beginnt.

Dann endlich, im April war es wieder soweit. Der vierte Besuch sollte endlich die Lücken schliessen, die noch immer im Portfolio waren. Dieses Mal schloß sich neben Patrick noch ein weiterer Bergläufer an. Hub kannte die Grotten schon über 20 Jahre und handelte im Alltagsleben mit Starklichtleuchten. Kein Wunder, dass sein Licht heller strahlte als unseres.

Als Quintessenz bleibt jedenfalls festzustellen, dass die fotografische Ausbeute - gemessen am Aufwand - sehr gering ist. Streikende Kameras und verlöschende Lampen auf Grund unreinen Petroleums waren ein Teil dieser Ursachen.

Der genaue Ort dieser Gruben wird im übrigen nicht bekannt gegeben. Die Furcht vor Vandalismus oder leichtsinnigeren Folgebesuchern ist mir zu groß. Allen anderen sei die Ethik des Bergwanderns auf Troglocaris und das Befahrerhandbuch der Grubenarchäologischen Gesellschaft nahe gelegt.

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Hallenbereich Gang Trapezgang Schattenwesen fast draussen
Lichtspuren ehemalige Krypta Licht von draussen Amsterdam Amsterdam
Tempelanlage Der Drache Bergmännische Zeichnung Austieg im Westen Ausgang Lost Valley
Lost Valley Markus und Patrick Abstieg - oder besser Abrutsch Picknick untertage - nie schmeckten Hotdogs besser

 

- no translation available -