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| Mergelgruben
- das "Making of" (Oktober 2006 - April 2007) |
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| Angefangen
hat alles mit einem spontanen Erkundungsbesuch im Anschluß
an eine bis dahin nicht besonders erfolgreich verlaufene Exkursion
in Belgien. So stand ich dann zusammen mit meinem Kumpel Markus
vor dem Eingang in dieses unterirdische Reich und es war sofort
klar, dass wir da mal reingehen. Dieser erste Besuch endete vernünftigerweise
nach geschätzten 80 Metern. Wir machten Aufnahmen, testeten
verschiedene Beleuchtungstechniken und nach einigen Drehungen und
Wendungen kam langsam so etwas wie Unsicherheit und ein unschönes
Gefühl beginnender Panik auf, als es langsam schwierig wurde,
die Richtung des Rückwegs zu bestimmen. Zum Glück ging
unser Kurzbesuch glimpflich aus, der Rückweg war dann doch
noch leicht zu finden gewesen. Aber wer weiß - noch ein paar
Drehungen und Gänge mehr und wir wären Kandidaten für
einen Suchtrupp geworden |
auszuleuchten. Aber nur durch die Kombination mehrerer Aufnahmen konnten die Bilder gerettet werden. Die analoge Rollei SL 3003 hingegen, die eigentlich die Langzeitbelichtungen machen sollte, streikte bei der hohen Luftfeuchtigkeit in den Gängen komplett. Und somit war die Fotoausbeute nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ein neuer Besuch im November - nun mit hochpräziser Karte und ohne ortskundigen Führer - sollte die Ausbeute erhöhen. Nachdem die Aufnahmen der Reliefs im Kasten waren, erwischte es uns dann doch noch auf dem Rückweg: ringsherum sah alles gleich aus, auch die Karte half nicht mehr weiter. Also gingen wir zum letzten noch bekannten Punkt zurück, um uns dort neu zu orientieren. Da hörten wir Stimmen, sahen ein Licht auf uns zukommen. Eine andere Gruppe von Bergläufern war auch dort unten unterwegs und geleitete uns wieder nach draussen. Ein eigentlich geplanter Besuch eines anderen Teils der Mine unterblieb danach. Wieder war nicht alles im Kasten, noch immer fehlten mir Bilder. Und es begann der Winter und damit die Winterschlafphase der unter Schutz stehenden Fledermäuse, die diese Grotten um diese Zeit aufsuchen. Es hieß also warten, bis dass der Frühling beginnt. Dann endlich, im April war es wieder soweit. Der vierte Besuch sollte endlich die Lücken schliessen, die noch immer im Portfolio waren. Dieses Mal schloß sich neben Patrick noch ein weiterer Bergläufer an. Hub kannte die Grotten schon über 20 Jahre und handelte im Alltagsleben mit Starklichtleuchten. Kein Wunder, dass sein Licht heller strahlte als unseres. Als Quintessenz bleibt jedenfalls festzustellen, dass die fotografische Ausbeute - gemessen am Aufwand - sehr gering ist. Streikende Kameras und verlöschende Lampen auf Grund unreinen Petroleums waren ein Teil dieser Ursachen. Der genaue Ort dieser Gruben wird im übrigen nicht bekannt gegeben. Die Furcht vor Vandalismus oder leichtsinnigeren Folgebesuchern ist mir zu groß. Allen anderen sei die Ethik des Bergwanderns auf Troglocaris und das Befahrerhandbuch der Grubenarchäologischen Gesellschaft nahe gelegt.
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