Einst Inbegriff für wirtschaftlichen Aufschwung und Fortschritt sind Industrieanlagen heute assoziiert mit Problemen vielfältigster Art. Stillgelegte Werke, dem Verfall preisgegeben, zeigen die Vergänglichkeit des scheinbar Dauerhaften.
Ihre Zustandsform ist ebenso wandelbar wie ihre Funktion: eben noch ein Ort betriebsamer Hektik, nun gekennzeichnet durch Stille und Einsamkeit. Doch auch diese Atmosphäre ist nicht von Dauer - ihr Ende naht meist mit dem Abriß oder manchmal der Wandlung zu einem Industriedenkmal mit unterschiedlichster Nutzungsstruktur. So lobenswert diese Art der Erhaltung auch sein mag - die Stimmung im Zwischenreich von Arbeit und Abbruch kann sie nicht konservieren.

Exploration
Die wenigsten der hier vorgestellten Anlagen sind frei zugänglich, ein großer Teil dieser Anlagen ist ohnedies schon längst Geschichte und unwiederbringlich verloren. Falls Sie nun die Lust nach solchen Orten packt - schauen Sie sich am besten auf den entsprechenden Websites in der Linksammlung um. Denn das Spektrum möglicher Besuchsrisiken beginnt bei rostigen Nägeln und reicht über asbest- und benzolverseuchte Gebäude bis zu durchgerosteten Metalltreppen und mürben Betonböden.

Spurensuche
Bei der hier vorgestellten Auswahl von  etwa 50 Objekten mit ca. 1000 Aufnahmen steht nicht die Dokumentation verlassener Anlagen im Vordergrund, ebensowenig die Wiedergabe zweifelsohne atmosphärisch dichter Stimmungen der "abandoned places", sondern die fotografische Spurensuche unabhängig von bestimmten Stilrichtungen. Im Laufe der Jahre (das älteste Bild ist von 1983) hat es dabei auch immer wieder Veränderungen im fotografischen Stil gegeben. Die Wahrnehmung ist heute eine andere als vor Jahren, womit sich auch die Heterogenität der Bilder erklärt.